Gegen den Strom schwimmen geht gar nicht, wenn alle durcheinander schwimmen

Gegen den Strom zu schwimmen fand ich schon immer gut. Ich hab mir immer vorgestellt, dass ich mit meinem Leben ein Zeichen setzen kann. Dass ich zeigen kann, dass es auch anders geht und man nicht diesen Strom-Quatsch mitmachen muss.

Diese Strom-Menschen waren mir immer schon suspekt. Ich meine die, die immer diese “lückenlosen” Lebensläufe haben und finden, dass es eine Lücke ist, wenn man mal nicht gearbeitet, nicht studiert und nicht produktiv war. Viele gehen sogar noch weiter und denken, dass Lücken entstehen, wenn du ein Kind groß ziehst oder wenn du keine Lust mehr auf arbeiten hast und einfach mal ein Jahr durch die Welt reist.

Ich dachte immer, dass es diese Strom-Menschen sind, vor denen ich mich hüten muss. Das sind die, die einem sagen, dass das nicht geht, wenn man mal was anders macht. Das sind die, die mitleidig gucken, wenn du sagst, dass du Künstler werden willst und dann fragen: “Und womit willst du dann dein Geld verdienen?”. Ich dachte immer, dass das das der Strom ist gegen den ich schwimmen muss, aber das stimmt gar nicht.

Ein Strom fließt immer in eine Richtung und hat ein Ziel. Aber diese Strom-Menschen haben gar kein Ziel. Es gibt keine einheitliche Richtung in die die schwimmen. Die schwirren alle nur noch durcheinander. Jeder woanders hin und jeder gegen jeden.

Eigentlich ist das auch gut so. Stell dir mal vor, die hätten alle ein Ziel, eine Richtung, einen Willen und einen Führer! Zum Glück ist das nicht mehr so. Zum Glück sind wir alle klug und wissen, dass sowas immer fatal endet. Und zum Glück sind wir alle so klug und schwirren wild durcheinander. Ziellos und irgendwie blöd.

So stelle ich mir das jetzt immer vor. Ich schwimme nicht mehr gegen den Strom, sondern durch ein Gestrüpp wildwuchernder Eigeninteressen oder so ähnlich.

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